Training versus Übung

Vom Trainingsbegriff ist in diesem Zusammenhang der Begriff "Übung"  ganz klar abzugrenzen. Fälschlicherweise werden beide Begriffe häufig synonym verwendet, jedoch unterscheiden sie sich erheblich im Ausmaß ihrer Wirkung. für den Trainer ist es in diesem Zusammenhang sehr wichtig, den Unterscheid zu kennen, um dem Kunden eine klare und realistische Einschätzung seiner persönlichen Zielvorstellung bezüglich des Trainingserfolges zu vermitteln.

 

 

Unter dem Begriff der " Übung" ist zu verstehen:

Die systematische Wiederholung gezielter Belastungsreize zur Leistungssteigerung ohne morphologisch fassbare Veränderungen.

Übung unterscheidet sich demnach wesentlich von Training in Bezug auf die morphologischen Anpassungsreaktionen des Körpers. Während beim Training das Erzielen morphologischer Veränderung im Organismus im Vordergrund steht, so ist dies beim Üben nicht der Fall. Hier kommt es zu einer eventuellen Leistungsverbesserung durch rein funktionelle Prozesse. Dieser Unterschied resultiert vornehmlich aus dem Belastungsgefüge und der Trainingsmethodik aus seinem Wirkungsgrad auf den Organismus, insbesondere durch das Fehlen gezielter überschwelliger Trainingsreize bei der Übung

 

Anpassungsprozesse durch Training -Superkompensation

Der lebende Körper zeichnet sich dadurch aus, dass sich seine Organe den an sie gestellten Anpassungen hängt wesentlich von den Anforderungen ab, die an den Organismus gestellt werden.

Denn ebenso wie der menschlicher Körper durch Gebrauch besser "funktioniert", so verringern sich seine Fähigkeiten durch Nichtgebrauch.

Zum bessern Verständnis der Auswirkung von körperlicher Aktivität auf den menschlichen Organismus ist die Kenntnis der dabei ablaufenden Anpassungsprozesse von grundlegender Bedeutung.

Bereits der französische Naturforscher Lamarck(1744-1829) erkannte den Zusammenhang zwischen körperlicher Belastung und einer Leistungssteigerung:

" Alle Organe, die geübt werden,

 

 entwickeln sich stärker, werden leistungsfähiger- oder anders ausgedrückt, der Körper hat die Fähigkeit, sich den Beanspruchungen, die an ihn herantreten, anzupassen.In dieser Aussage ist bereits eine wesentliche Grundsetzmäßigkeit der Biologie und - im Bereich des Sports- der Trainingslehre enthalten:

Das Phänomen der Anpassung der Adaptation!

In der Biologie wird unter Anpassung grundsätzlich eine organische und funktionelle Umstellung des Organismus verstanden. Grund für diese Umstellung ist eine innere oder äußere Anforderung( Reiz).Die Anpassung verläuft nach bestimmten natürlichen Gesetzen ab und ist auf die bessere Bewältigung von zukünftigen ähnlichen Anforderungen gerichtet. Anpassung und Anpassungsfähigkeit gehören als Naturgesetze zum Leben. Sie sind jedoch umkehrbar und müssen ständig neu erworben werden.

Anpassungsschritte

Die Anpassung einzelner Funktionssysteme verläuft in einer bestimmten Reihenfolge und in einem zeitlichen Ablauf, die beide nicht wesentlich beeinflusst werden können.

  • Bei jeglicher Art von anstrengender körperlicher Belastung, die zu einer erheblichen Beanspruchung von Funktionssystemen führt, wird der Gleichgewichtszustand dieser Systeme gestört.

     Das Adaptationspotenzial der Funktionssysteme kann nicht schlagartig erschlossen werden. Sondern erstreckt sich über einen

 langfristigen Trainingsprozess. Dieser vollzieht sich in einzelnen Etappen und wird durch stufenhaft ansteigende sich  verändernde Trainingsbelastung gesteuert. Die eigentlichen funktionellen Anpassungsprozesse bestehen in der morphologischen Umstrukturierung.

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Die folgende Abbildung veranschaulicht die wesentlichen Schritte zur Auslösung von biologischen Anpassungsprozessen durch gezielter, planmäßige und strukturierte sportliche Belastung(Training).

  • Reizwirksame Belastung ( überschwelliger Trainingsreiz)
  • Störung des biologischen Gleichgewichts ( Homöostase )
  • Ermüdung ( reversible Minderung der Leistungsfähigkeit )
  • Erholung- Regeneration ( Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit )
  • Anpassung- Adaptation ( Erhöhung der Leistungsfähigkeit)

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