Ausdauer im Vergleich

 

Definition :

" Ausdauer ist die Fähigkeit, physisch und psychisch lange einer Belastung zu widerstehen, deren Intensität und Dauer letztenendlich zu einer unüberwindbaren Ermüdung führt, und / oder sich nach physischen und psychischen Belastung rasch zu regenerieren"

 

Untergliederung der Ausdauer:

Die oben genannte Definition der Ausdauer ist relativ allgemein und erfordert auf Grund ihrer unterschiedlichen Erscheinungsformen und Ausprägung eine weitere Präzisierung. Je nach Größenordnung der eingesetzten Muskulatur, dem Aspekt der Energiebereitstellung und dem Aspekt der Muskelarbeitsweise, werden verschiedene Untergliederungen bzw. Formen der Ausdauer unterschieden. Des Weiteren kann die Ausdauer unter dem Aspekt der zeitlichen Belastungsdauer in Kurzzeit-,Mittelzeit-, und Langzeitausdauer unterschieden werden.

mann bei training

Allgemeine und lokale Ausdauer :

 

In Abhängigkeit von der Größe bzw. Masse der eingesetzten Muskulatur wird zwischen einer allgemeinen und lokalen Ausdauer differenziert. Dabei spricht man von allgemeiner Ausdauer, wenn mehr als ein Sechstel der gesamten Muskelmasse bei einer Ausdauerbelastung eingesetzt wird. Diese Form der Ausdauer liegt z.B. beim Fahrradfahren, Laufen, Schwimmen und bei allen gängigen Ergometerbelastungen im Fitnessstudio vor.

 

Von lokaler Ausdauer spricht man, wenn dementsprechend weniger als ein Sechstel der Gesamtmuskelmasse bei einer Ausdauerbelastung beansprucht wird.So sind z.B. " Kurzhantel- Curls" mit einem Gewicht, welches weniger als 30% der Maximalkraft für diese Übung beträgt, eine lokale Ausdauerbelastung.

 

Die Angabe von einem Sechstel der Gesamtmuskelmasse als Schwellenwert für diese Differenzierung in allgemeine und lokale Ausdauer beruht auf der Tatsache, dass bei Belastungen unter dieser Größenordnung keine nennenswerten Anpassungsprozesse am Herz- Kreislauf-System erzielt werden. Der Einfluss des Herz- Kreislauf- Systems auf die lokale Ausdauer ist äußerst gering.

 

Positive Anpassungsprozesse für Herz-Kreislauf- System lassen sich nur durch ein allgemeines Ausdauertraining erzielen. Im Gegensatz dazu zeigen sich bei einem lokalen Ausdauertraining lediglich Anpassungserscheinungen in der Peripherie.

frau und mann beim sport

Aerobe und Anaerobe Ausdauer:

 

Des Weiteren wird die Ausdauer nach der vorwiegenden Art der Energiebereitstellung in aerobe Ausdauer unterteilt. 

Bei der aeroben Ausdauer steht den Muskelzellen genügend Sauerstoff zur Verfügung, um oxidative Kohlenhydrate und Fettsäuren in den Mitochondrien zu verbrennen. Bei Ausdauerleistungen mit einer Belastungsintensität im aeroben Bereich stellt sich ein Gleichgewicht zwischen Sauerstoffaufnahme und Sauerstoffverbrauch ein.Belastungen könne  somit kontinuierlich über längere Zeitdauer durchgeführt werden, ohne einen Intensitätsverlust zu erfahren. Ein Beispiel für eine Asudauerleistung im vorwiegend aeroben Stoffwechselbereich ist z.B. ein moderater Dauerlauf über längere Zeit.

 

Bei der anaeroben Ausdauer laufen die Energiebereitstellungsprozesse in der Muskelzelle ohne die Beteiligung von Sauerstoff ab. Ist die Belastungsintensität zu hoch, so reichen die Zeit und die Kapazität der energetischen Stoffwechselsysteme nicht aus, um Energie unter Nutzung von Sauerstoff bereitzustellen. Als Endprodukt des anaeroben Stoffwechsels fällt Milchsäure bzw. Laktat an, wodurch die Energiebereitstellungsprozesse im Muskel erheblich gehemmt werden und die Belastungsintensität nicht lange aufrechterhalten werden kann. Ein Beispiel für eine Ausdauerleistung im vorwiegend anaeroben Stoffwechselbereich ist- ein 400-m-Sprint in der Leichtathletik.

 

Im Fitness-und Gesundheitssport, gerade bei gesundheitsfördernder Intention des Trainings, sollte ein aerobe Ausdauertraining dominieren, da bei einem Ausdauertraining im vorwiegend anaeroben Stoffwechselbereich die Gefahr der Überforderung des Herz- Kreislauf- System wesentlich größer ist.

mann beim sport

Statische und dynamische Ausdauer:

 

In Zusammenhang mit dem Aspekt der muskulären Arbeitsweise wird zwischen einer statischen und einer dynamischen Ausdauer unterschieden. Die statische Ausdauer ist durch die Ermüdungswiderstandsfähigkeit der Muskulatur bei statischer Arbeitsweise charakterisiert. Dabei verändert sich die Muskellänge nicht, die Muskelspannung hingegen schon. Mit zunehmender Muskelspannung kommt es zu einer zunehmenden Komprimierung der Gefäße, wodurch die Muskeldurchblutung abnimmt. Je nach Höhe der Muskelspannung bzw. des Krafteinsatzes verändert sich dabei die Art der muskulären Energiebereitstelung. 

 

Bei Kraftbeanspruchungen unter 15% der maximalen isometrischen Spannung kann die Energiebereistellung rein aerob erfolgen. Hierbei kommt es zu keiner nennenswerten Behinderung der versorgenden Blutgefäße, so dass der Energiebedarf fast aussschließlich mit Sauerstoff gedeckt werden kann.

 

Bei einem weiter zunehmenden Krafteinsatz kommt es durch die stärker werdende Kompression der Gefäße zu einer wachsenden Durchblutungsminderung in der arbeitenden Muskulatur. Dadurch nimmt die Sauerstoffversorgung des Muskels ab, der Anteil der anaeroben Energiebereitstellung nimmt dagegen dementsprechend zu.

 

Im Vergleich dazu ist die dynamische Ausdauer durch einen rhytmischen Wechsel von Spannung und Entspannung der Arbeitsmuskulatur gekennzeichnet. Durch den intermittierenden Wechsel erfolgt auch noch bei etwas höheren Belastungsintensitäten insgesamt eine bessere Blutzufuhr zum Muskel. Dadurch ist eine aerobe Energiebereitstellung auch noch bei etwas stärkeren Muskelspannung möglich.

 

 

 

 

 

 

 

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